Vom Fohlen zum Reitpferd. Die Ausbildungsjahre eines Pferdes Teil 2

Pferde 3 jährig ausbilden

Ein fast 3 jähriger PRE ist noch ein halbes Fohlen. Würden Sie ein Fohlen Reiten?

Anreiten in welchem Alter?

Die meisten Pferde sind Spätentwickler. Ich würde kein Pferd vor 4 jährig anreiten.

Knochen, Sehnen und Bänder, Gelenke und Dehnungsfugen brauchen Zeit um auszuwachsen. Ein 3 jähriges Pferd ist meistens noch nicht in der körperlichen Verfassung einen Reiter zu tragen. Oft sind 3 jährige Pferde hinten noch überbaut und brauchen Zeit zu wachsen. Auch Pferde, die optisch schon fertig aussehen, sind meistens noch nicht stabil genug fürs Reiten.

Auch wenn ein 3 jähriges Pferd sich schon anbietet zu arbeiten, sollte man sich noch mindestens ein Jahr auf vertrauensfördernde Bodenarbeit, ein bisschen Spielen und ein wenig Spazierengehen, um dem Pferd das Gelände für später zu zeigen, beschränken.

Es ist von Vorteil, wenn das Pferd möglichst weiterhin 24 h Bewegung mit Artgenossen hat. Das stärkt den Bewegungsapparat ungemein. Dann reicht es, wenn der Dreijährige sich Führen und Putzen lässt, Hufe gibt und die Hufe bearbeitet werden können. Etwas Verladetraining ist sicherlich für später ebenfalls nützlich.

Bodenarbeit und Handarbeit halte ich für sinnvoller, als zu frühes Longieren im Kreis. Richtiges Longieren heißt nicht, das Pferd im Kreis laufen zu lassen, sondern das Pferd soll lernen sich auf die Zirkelline auszurichten und sich selbst zu tragen. Der Zirkel ist von der Natur nicht vorgesehen. Deswegen lieber mit dem Longieren ebenfalls noch warten, um dem jungen Pferd nicht zu schaden.

Pferdeerfahrene Leute nehmen das junge Pferd als Handpferd mit ins Gelände. Dazu müssen beide Pferde aber gut ausgebildet sein und das junge Pferd soll ja erst am Boden ausgebildet werden. Handpferdereiten würde ich den meisten Leuten lieber nicht empfehlen. Handpferdereiten ist schon sehr anspruchsvoll und muss geübt werden, bevor es raus geht.

Dreijährige haben oft wachstumsbedingte Störungen des Bewegungsapparates, wie Knieprobleme, lose Bänder oder Taktunreinheiten. Das wächst sich heraus, wenn man das Pferd in der Zeit komplett in Ruhe auf der Weide lässt.

Man kann das junge Pferd sicherlich schon an manche Dinge gewöhnen, irgendwelche Gegenstände wie Planen, Klappersack, Wasser, Regenschirme und Ähnliches. Wie viel man macht, hängt davon ab, wie schreckhaft das Pferd von der Natur aus ist. Es gibt Pferde die haben vor kaum etwas Angst und es gibt regelrechte Angsthasen, mit denen man zur Gewöhnung sehr viel mehr machen sollte. Bitte immer nur kurz üben, max. 10 min., länger kann sich ein junges Pferd nicht konzentrieren und es wird dann nicht mehr mitmachen und vielleicht Unsinn machen.

Und denken Sie immer wieder daran, Pferde sind erst mit 5 – 7 Jahren ausgewachsen. Das was man sich anfangs an Zeit lässt bekommt man später in Jahren mit gesunden, leistungsfähigen Pferden zurück. In machen Ländern, z.B. Spanien, gelten Pferde bis 5 jährig als Fohlen.

Auch ein 4 jähriges Pferd sollte anfangs nicht länger als 20 min. geritten werden. Später mit 5 Jahren kann es dann etwas länger sein (max. 30 – 40 min.).

© Heike Bester-Dassler, Bester RideArt

Bester RideArt - Heike Bester-Dassler

Hallo, ich bin Heike - Trainer, Coach und Autor für Pferde und Reiter. Ich liebe Pferde und Reiten über alles und mein Anliegen ist es meine Pferde bis ins hohe Alter Gesund zu Reiten und Artgerecht zu Halten. Ich liebe die Reitkunst von der Basisarbeit bis zur Versammlung, Bodenarbeit, Handarbeit, Longieren mit dem Kappzaum, die Arbeit am Langen Zügel und Zirkuslektionen. Ich bin Claus Penquitt-Trainerin und Mitglied der Ritterschaft der Akademischen Reitkunst von Bent Branderup durch Ablegung der Ritterprüfung, der Longenprüfung und der Handarbeitsprüfung. Ich bilde mich regelmäßig in Form von Seminaren bei qualifizierten Trainern weiter fort.

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